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16.09.2017: Arztvortrag zum Thema Lendenwirbelsäule und lumbaler Bandscheibenvorfall

Wenn die Nervenstränge in der Lendenwirbelsäule in Bedrängnis geraten, fällt sogar das Gehen schwer. Die sogenannte Spinalkanalstenose äußert sich durch Taubheitsgefühle und Muskelschwäche in den Beinen und durch einen Pausenzwang beim Gehen („Schaufensterkrankheit“). Doch es gibt eine ganze Fülle von nicht-operativen und mikrochirurgischen Behandlungsverfahren, über die sich interessierte Patienten beim „Gesundheitstreff“ am Samstag dem 16. September 2017 von 11.00 - 13.00 Uhr am Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal informieren können.

Dann sprechen die beiden Experten Dr. Ringo Möder und Ruth Küsters-Treiß vom Wirbelsäulenzentrum Köln-Krefeld (WZKK) über die Stenose und den Bandscheibenvorfall. Das WZKK ist seit Sommer 2013 mit einem Standort am EVK Köln-Weyertal vertreten.

 

Der Kanal in der Mitte der Wirbelsäule wird Spinalkanal genannt. In ihm verläuft das Rückenmark mit den aus dem Rückenmark austretenden Nerven, die zum Beispiel Arme und Beine mit Bewegung und Gefühl versorgen. Durch alltägliche Belastungen der Wirbelsäule kann ein Verschleiß an Strukturen der Wirbelsäule entstehen, unter anderem den Wirbelgelenken. Fehlbelastungen beschleunigen diesen Verschleißprozess. Die Folge ist eine Arthrose der Wirbelgelenke, die dicker werden. Es entsteht häufig auch eine Verdickung der Bänder, die sich zwischen den Wirbelbögen befinden. Aufgrund dieser Verdickung „wachsen“ die Gelenke in jede Richtung, auch in Richtung des Wirbelkanals. Die Folge ist eine Verengung des Kanals, eine sogenannte „Spinalkanalstenose“. Das Rückenmark und die Nerven werden eingeengt und es kommt zu Symptomen, die für die Spinalkanalstenose typisch sind. Vor allem die Beine sind in ihrer Funktion beeinträchtigt, es kann aber auch zu einer Störung der Blasen- und Darmtätigkeit kommen.

 

Am WZKK legt man sehr viel Wert auf eine exakte Diagnose und eine stufenweise Behandlung. In den allermeisten Fällen beginnen die Ärzte mit einer konservativen Therapie und setzen auf Krankengymnastik, manuelle Therapie, Wärmetherapie oder Medikamente. „Erst wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, schlagen wir eine operative Therapie vor, deren Ziel die Erweiterung des Rückenkanals und Entlastung der Nerven ist“, erklärt Dr. Ringo Möder. Nur drei Zentimeter kleine Schnitte sind nötig, um mit Hilfe eines Mikroskops die überschüssigen Knochenanteile zu entfernen. Diese mikrochirurgische Technik ist extrem schonend und bietet zwei große Vorzüge für die Patienten: frühe Mobilisierung und ein kurzer stationärer Aufenthalt. „In den meisten Fällen wird die Behandlung mit einer ambulanten Krankengymnastik fortgesetzt“, so Dr. Ringo Möder abschließend.

 

Im zweiten Teil des Infotages informiert Ruth Küsters-Treiß über die Entstehung und Behandlung des Bandscheibenvorfalls in der Lendenwirbelsäule. Die Bandscheiben bestehen aus einem festen Faserring und einem weichen Gallertkern. Durch Fehlbe-lastungen und Mangel an Bewegung werden die Bandscheiben mit zu wenigen Nährstoffen versorgt. Die Folge ist ein Verschleiß der Bandscheibe und des Faserrings. Als Folge wird der Faserring im hinteren Bereich immer schwächer, ist dann der Belastung nicht mehr gewachsen. Zuerst entsteht durch die Schwäche des Faserrings eine sogenannte Bandscheibenvorwölbung. Wenn die Schwäche zunimmt, zerreißt der Faserring an einer oder mehreren Stellen. Der Gallertkern der Bandscheibe tritt dann durch diesen Defekt in den Rückenkanal und drückt auf die Nerven, die die Arme oder Beine versorgen. So entsteht ein Bandscheibenvorfall, der sich durch Schmerzen im Rücken und/oder in den Beinen, Taubheit oder Kribbeln in den Beinen/Füßen oder eine Muskelschwäche beim Kniestreckecken und Anheben des Fußes zeigt. Beim Husten oder Niesen nehmen die Schmerzen mitunter zu. Die konservative Therapie kann mit Schmerzmitteln (auch muskelentspannenden Mitteln), Wärme (selten Kälte), manueller Therapie oder Krankengymnastik erfolgen. Hilft das alles nicht, dann kommt ein operativer Eingriff in Frage. Mit Hilfe der mikro-chirurgischen Technik und kleinen, nur zwei bis drei Zentimeter langen Schnitten, entfernen die WZKK-Spezialisten den „ausgelaufenen“ Gallertkern und sorgen für Entlastung im Rücken. Der stationäre Aufenthalt ist kurz und die Mobilisation setzt mit ambulanter Krankengymnastik sehr früh ein. „Das Sitzen ist auch schon in der ersten Woche erlaubt“, sagt Ruth Küsters-Treiß.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung steht genügend Zeit für Fragen und Diskussion zur Verfügung.

 

Ort: Evangelisches Krankenhaus Köln-Weyertal. Cafeteria im Untergeschoss, Weyertal 76 , 50931 Köln.

 

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Weitere Informationen: Tel. 0221 / 479-2299 und hier auf unserer Webseite

 

veröffentlicht am: 01.08.2017

 

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