Ihre Seiten für Gesundheit und Weiterbildung

Pressemitteilungen - Detailansicht

31.01.2019: Medizindialog in Bergisch Gladbach zum Thema „Vorhofflimmern und Vorhofflattern: Wann Ablation – wann medikamentös?“

Im Rahmen der Vortragsreihe „Medizindialog“ des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach findet am Donnerstag 31.1.2019 von 19.30-21.00 Uhr ein Vortrag zum Thema „Vorhofflimmern und Vorhofflattern: Wann Ablation – wann medikamentös?“ statt.

Referent ist Privatdozent Dr. med. Alexander Yang, Chefarzt der Klinik für Elektrophysiologie des Evangelischen Krankenhauses. Ort: EVK-Forum im 5. Stock des Fachärztezentrums (Ferrenbergstr. 24, 51465 Bergisch Gladbach).

Wenn das Herz aus dem Takt kommt, liegt eine Herzrhythmusstörung vor. Hierbei kann das Herz zu schnell (Herzrasen oder Tachykardie), zu langsam (Bradykardie) oder einfach „nur“ unregelmäßig (Herzstolpern) schlagen. Die Symptome sind je nach Herzrhythmusstörung und Patient sehr unterschiedlich: Herzrasen, Herzstolpern, Angst, Schwäche, häufiges Wasserlassen, Schwindel, Bewusstseinsverlust, Luftnot und / oder ein Druckgefühl auf der Brust können auftreten. Einige Patienten bemerken auch keinerlei Beschwerden. In der Sektion Elektrophysiologie des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach werden diese Patienten umfassend beraten und optimal behandelt. Die meisten Herzrhythmusstörungen sind mit einer medikamentösen Therapie oder einer Katheter Ablation sehr gut zu therapieren. Welches Verfahren für welche Patienten geeignet ist, wird Priv.-Doz. Dr. med. Alexander Yang im Rahmen dieses Vortrags beantworten.

Die Mediziner unterscheiden mehrere Formen der Herzrhythmusstörungen: da gibt es das Vorhofflimmern, das typische und das atypische Vorhofflattern oder die AV-Knoten-Reentrytachykardie (AVNRT), WPW-Syndrome sowie etliche andere Formen. Doch nicht alle Versionen kommen gleich oft vor, das Vorhofflimmern ist die häufigste Störung. Zwei bis drei Prozent aller Erwachsenen in Deutschland sind demnach betroffen, mithin also rund 2 Millionen Bundesbürger.

Auslöser für das Vorhofflimmern sind versprengte Muskelzellen in den Lungenvenen. Das heißt, diese Zellen gehören dort eigentlich gar nicht hin, sorgen aber für eine Menge Unruhe. Sie geben Impulse ab, die das Herz zum Schlagen bringen, obwohl es nicht ihre Aufgabe ist. Man kann diese Zellen auch als „falsche Zündkerzen“ bezeichnen, die jedoch, anders als bei einem Automotor, nicht herausgedreht, sondern an Ort und Stelle einfach stillgelegt werden. Am EVK wird hierfür ein neues Verfahren angewandt: die Verödung (Ablation) mit Kälte, die sogenannte Kryoablation.

Für die Behandlung führt der Mediziner einen Katheter üblicherweise über die Leiste in Richtung Herz. Je nach Art der Herzrhythmusstörung und Wunsch der Patienten kann der Eingriff im Schlaf, mit einer Beruhigungsspritze oder unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Der Eingriff bei Vorhofflimmern wird beim schlafenden Patienten durchgeführt. Eine Vollnarkose ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Mit viel Fingerspitzengefühl schiebt der behandelnde Arzt den Katheter zur der Stelle, wo die Herzrhythmusstörungen entstehen, z.B. in Richtung Lungenvenen (Pulmonalvenen), hier hat das Vorhofflimmern seinen Ursprung.

Beim Vorhofflimmern wird ein kleiner Ballon bis zur Lungenvene geschoben und sobald er seine korrekte Position erreicht hat, auf etwa -40°C abgekühlt. Überall dort, wo der Ballon Kontakt zum Herzgewebe rings um die Lungenvene hat, kommt es zu einer besonders schonenden Verödung. Damit ist gleichsam eine Barriere entstanden, die keine Impuls-Irrläufer mehr aus den Lungenvenen in den Herzmuskel zulässt. Das Vorhofflimmern ist somit beendet. Gegenüber der bisher favorisierten Behandlung mit Wärme hat die Kältetherapie erhebliche Vorzüge. So hat sich die Behandlungszeit halbiert und beträgt jetzt zwischen 60 bis 90 Minuten. Die Erfolgsquoten, bezogen auf ein Jahr, betragen bis zu 80 Prozent.

Anmeldung ist nicht erforderlich – die Veranstaltung ist gebührenfrei. Weitere Informationen: Tel. 02202 / 122-7300

 

veröffentlicht am: 01.11.2018

<- Zurück zu: Pressemitteilungen